Projekte
Langfristige Projekte
Projekt EGO
Welche Objekte sind für ein Individuum repräsentativ, wie spektakulär können dürfen müssen diese Objekte sein um eine optimale Ausleuchtung des Ego zu bekommen bzw. diese zu gewährleisten.
Der Blick in die Vergangenheit auf der Suche nach selbstdefinierenden Objekten lässt das Ich zum Retro-Ich werden, sich an Vergangenes klammernd, im Bewusstsein eines Sammlers: Ich habe tolle Sachen, also bin ich! Extravaganz als Grundlage für Selbstbespiegelung?
Die Frage müsste aber eigentlich sein, welche Objekte repräsentieren mich als soziales gesellschaftliches oder politisches Ich, in Vergangenheit und Gegenwart, oder vielleicht auch in der Zukunft?
Monrepos
Schloss Monrepos ist eng verknüpft mit dem Leben Carl Eugens, dem derzeitigen Arbeitsschwerpunkt Sommers. In Zusammenarbeit mit seinem Schriftstellerkollegen Elhardt entsteht gerade ein Buch zum Thema CE.
Darin zeigen Sommers Bilder die Wasserlandschaft um Schloss Monrepos einerseits als eine ambivalente Welt zwischen verspielter Märchenszenerie und Kinderspielland mit dem Aquarium als reduziertem geschlossenen System (gläserne Unterwasserzelle), andererseits als die von CE ursprünglich geplante mythologische Wasserlandschaft.
Auf diese zwiespältige Widersprüchlichkeit verweist Sommer, indem er die Ambivalenz - personalisiert und motivisch ergänzt - auch in den zwei Hauptfiguren andeutet: im Reiter Carl Eugen und seiner Kurtisane Gina.
Ego In The Box
Ego in the box/Objektkasten-Ego - Das Selbstportrait in Form eines dreidimensionalen Objektkastens Die Wiederbelebung des Selbstporträts in der Gegenwart führt zu neuen Künstlerischen Lösungen. “Das Portrait hat eine große Zukunft, aber nur, wenn es zerstört und aufgelöst wird“ war eine provozierende Aussage vieler Künstler, die an der Relevanz des Portraits zweifelten. Deshalb gilt für das aktuelle Projekt: Das eigene Gesicht wird ersetzt durch Objekte, die eine emotionale Beziehung zum jeweiligen Künstler/zur Künstlerin haben und das Ego des Künstlers definieren können, diese Objekte können zwei- und dreidimensional sein, als ready-mades unverändert übernommen werden oder gestaltet, bearbeitet, bemalt, collagiert/decollagiert etc. werden. Die Anzahl der verwendeten Bildelemente und/oder Objekte des Kastens ist subjektiv und frei bestimmbar. Das Selbstportrait als Selfie oder Portraitzeichnung/Foto/Gemälde kann als ein Element im Kasten enthalten sein. Die Komposition und Arrangierung all dieser Elemente im Kasten bestimmt die optische Wirksamkeit des Kastens.
Das Bild der Frau in der zeitgenössischen Gunst
"das Bild der Frau in der zeitgenössischen Gunst-neue Kunst für die Galerie der Schönheiten in Schloss Nymphenburg. Die Bildnisse der Schönheiten mit ihren macho-gestylten Masken, ihrer franco-klassischen Bekleidung, ihren kostbaren Acessoires und ihren Schoßhündchen - sie müssen dringend ersetzt werden durch lebensnahe zeitgeistliche Kunstwerke" ist möglich.
Das Jean Paul Projekt
Projekte zum Gegenklassiker Jean Paul[1] und „Einzigen“ unter den deutschen Erzählern fanden in den letzten Jahren vor allem im Jean-Paul-Jahr 2013 in verschiedenen Galerien der Region statt. Mit „Fantasmagorien zu Jean Paul“ gab die Galerie Inter Art in Stuttgart den Auftakt zu einer außergewöhnlichen Ausstellungsreihe: Das Jean-Paul-Projekt nach einer Konzeption von Klaus Bushoff, Armin Elhardt, Günter Guben und Günther Sommer.
Als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit dem Schriftsteller Jean Paul – für den sich Arno Schmidt „mit der ganzen Welt prügeln würde“ und dem Wieland eine „Allübersicht wie Shakespeare“ zuspricht – bot sich neben seiner Person vor allem sein sprachlicher Kosmos an: Dieser entdeckt, enthüllt, relativiert und verwandelt die sichtbare Welt auf eine durchaus ernsthafte, aber auch humorvolle, spielerische Weise.
Ein solcher Umgang mit der Welt, der ihre sichtbare Realität samt ihrer Gravität relativiert und in Frage stellt, ist auch eine wesentliche Themenstellung innerhalb der Bildenden Kunst der Gegenwart – einer mehrschichtigen, komplexen und komplizierten Gegenwart auf der Suche nach mehr Halt und Gleichgewicht. Wer wie Jean Paul versucht, die Waage der Realität zu tarieren, indem er die Schale des Ernstes mit der Schale des Spiels und des Humors balanciert, stößt zuweilen manchen Klassikfreund vor den Kopf. Vor allem dann, wenn er auf die überkommene Meinung trifft, Humor sei „der Tiefe“ eines Werks „abträglich" (Goethe). Aber dem ist nicht so. Und das meinen auch die ausstellenden Künstler – in etwa, sowieso, genau. So zeigt die Ausstellungsreihe verschiedene künstlerische Standpunkte der Auseinandersetzung mit den Denkansätzen des „Sprachmächtigsten des Planeten[2]“, seiner Biografie und den Figuren seiner Romane, darunter Attila Schmelzle, Dr. Katzenberger, Armenadvokat Siebenkäs, Schulmeisterlein Wuz und Luftschiffer Giannozzo.
An den bisherigen Ausstellungen haben mitgewirkt: Ulli Berg, Thomas Bickelhaupt, Hermann Burkhardt, Klaus Bushoff, Damar, Wolfgang Ehehalt, Armin Elhardt, Günter Guben, Peter Haury, Kathrin Hillermann, Stephan Klenner-Otto, Sabine Neumann, Ellen Rein, Günther Sommer, Ursula Stock, Wojtek Sztaba und andere. Hinzugekommen sind die neuen Beiträger Artur Elmer, Roland Bentz, Matthias Ulrich, Horst Peter Schlotter, Roman Lang, Dorothea Geppert-Beitler, Albrecht Breunlin, Wolfgang Melzer und Kersten Paulsen…
Armin Elhardt und Günther Sommer
[1] d. i. Johann Paul Friedrich Richter (1763-1825)
[2] Eckhard Henscheid, Jean-Paul-Preisträger 2009
Ego In The Box
Welche Objekte sind für ein Individuum repräsentativ, wie spektakulär können dürfen müssen diese Objekte sein um eine optimale Ausleuchtung des Ego zu bekommen bzw. diese zu gewährleisten.
Der Blick in die Vergangenheit auf der Suche nach selbstdefinierenden Objekten lässt das Ich zum Retro-Ich werden, sich an Vergangenes klammernd, im Bewusstsein eines Sammlers: Ich habe tolle Sachen, also bin ich! Extravaganz als Grundlage für Selbstbespiegelung?
Die Frage müsste aber eigentlich sein, welche Objekte repräsentieren mich als soziales gesellschaftliches oder politisches Ich, in Vergangenheit und Gegenwart, oder vielleicht auch in der Zukunft?